FDP Hamburg-Nord: Platz im Mesterkampquartier nach Gerda Kohn benennen

Gepostet am 2. April 2019

Die FDP in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord schlägt vor, den neu entstehenden Platz im Mesterkampquartier nach der früheren SPD-Bezirksabgeordneten Gerda Kohn (1905 – 1994) zu benennen. Gerda Kohn, die seit 1915 in Barmbek gewohnt hat, war nach dem Zweiten Weltkrieg Barmbeker Distriktsvorsitzende der Arbeiterwohlfahrt und von 1957 bis 1966 Bezirksabgeordnete in Hamburg-Nord sowie stellvertretende Vorsitzende des Ortsausschusses Barmbek-Uhlenhorst. Sie hat den Altenkreis der Barmbeker Arbeiterwohlfahrt gegründet und bis 1988 ehrenamtlich geleitet sowie sich für den Bau der Altentagesstätte am Habichtsplatz eingesetzt. 1984 wurde sie vom Senat mit der „Medaille für treue Arbeit im Dienste des Volkes“ geehrt. Der FDP-Vertreter im Regionalausschuss Barmbek-Uhlenhorst-Hohenfelde-Dulsberg, Claus-Joachim Dickow, begründet seinen Vorschlag mit den Worten:

Kohn über die Parteigrenzen hinweg anerkannte Persönlichkeit
„Gerda Kohn hat sich mit ihrer Tätigkeit sowohl in der Arbeiterwohlfahrt als auch in der SPD für den Wiederaufbau eines demokratischen Gemeinwesens eingesetzt. 25 Jahre nach ihrem Tod sollte der neu entstehende Platz im Mesterkampquartier nach dieser bin ins hohe Alter aktiven und über die Parteigrenzen hinweg anerkannten Frau, die fast 80 Jahre in Barmbek gelebt hat, benannt werden. Dies trägt im Übrigen auch dem Anliegen Rechnung, nach Möglichkeit mehr weibliche Persönlichkeiten bei öffentlichen Flächenbenennungen zu berücksichtigen.“

Irritation über Vorgehen des amtierenden Bezirksamtsleiters
Irritiert zeigte sich Dickow über das Vorgehen des amtierenden Bezirksamtsleiters Ralf Staack und dessen Versuch, am Regionalausschuss vorbei Fakten zu schaffen und ihm die Planung der Benennung des Platzes nach dem früheren Ersten Bürgermeister Peter Schulz erst nach der Befürwortung durch das Staatsarchiv quasi en passant mitzuteilen. Dickow erklärt dazu:

Straßenbenennungen Angelegenheit der Regionalausschüsse
„Herr Staack muss offenbar erst noch die demokratischen Gepflogenheiten in Hamburg-Nord kennenlernen. So mag es im Bezirk Eimsbüttel, aus dem er abgeordnet worden ist, womöglich üblich sein, dass das Amt über Straßenbenennungen entscheidet. In Hamburg-Nord ist es gute demokratische Tradition, dass Straßenbenennungen die Angelegenheit der Regionalausschüsse sind und die Vorschläge aus der Mitte des Ausschusses kommen. Daran wollen wir auch zukünftig festhalten.

Verkehrsfläche in Langenhorn für Altbürgermeister Peter Schulz suchen
Es spricht sicherlich nichts dagegen, eine Verkehrsfläche im Bezirk Hamburg-Nord nach Altbürgermeister Peter Schulz zu benennen. Dafür darf aber nicht willkürlich eine zufällig gerade zu benennende Fläche herausgegriffen werden. Würdiger wäre es, ganz gezielt nach einer Straße oder einem Platz im Stadtteil Langenhorn zu suchen, wo Peter Schulz über Jahrzehnte gewohnt hat, um auch einen örtlichen Anknüpfungspunkt zu seinem Leben zu haben.“

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