Lindenberg: „Setzen wir ein Zeichen gegen den Antisemitismus – Justus- Strandes-Weg in Ohlsdorf in Réesweg zurückbenennen.“

Gepostet am 12. November 2019

Der Regionalausschuss im Bezirk Nord für Langenhorn, Groß Borstel, Fuhlsbüttel, Ohlsdorf und Alsterdorf hatte beschlossen, alle Straßen, deren Namensträger sich in der Zeit der Kolonialherrschaft des Deutschen Reiches fragwürdige Verdienste erworben haben, umzubenennen. Es handelt sich um Personen, die Befürworter, Nutznießer, Ausbeuter und Kriegsführer der kolonialen Idee in Süd- und Ostafrika waren. Der Ausschuss sieht eine Notwendigkeit, die Straßen umzubenennen. Namen wie Woermann und Justus Strandes sind nur Beispiele. Ausschließlich sollen nur Namen afrikanischer Stämme und Personen aus dem Widerstand vorgeschlagen werden.

Ralf Lindenberg, FDP-Abgeordneter in der Bezirksversammlung Nord, begrüßt grundsätzlich die Umbenennung dieser Straßen. Allerdings sollte es Ausnahmen geben, wenn die Geschichte der Straße aus höheren moralischen Gründen es verlangt. So mit dem Justus-Strandes-Weg in Fuhlsbüttel. Bis 1938 hieß die Straße Réesweg, benannt, nach dem jüdischen Hamburger Reformpädagogen Anton Rée. Den Nationalsozialisten des Dritten Reiches passte der jüdische Name nicht, so wurde die Straße in den Justus-Strandes-Weg im Jahr der Reichspogromnacht zwangsweise umbenannt.

Ralf Lindenberg, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender und Mitglied im Regionalausschuss Fuhlsbüttel-Ohlsdorf-Langenhorn-Alsterdorf-Groß Borstel kritisiert das Verhalten der Ausschussmehrheit:

„Ich hatte diesen Vorschlag der Rückbenennung dem Ausschuss begründet vorgebracht. Es ist bedauerlich, dass man hier aus formellen Gründen der sogenannten Beschlusslage keine Ausnahme akzeptieren, sondern den Namen Askari-Weg vorschlagen will. Gerade in der Zeit mit wachsendem Antisemitismus und rechtem Populismus wäre es ein kleines aber auch ein gutes Zeichen an unsere jüdischen Mitbürger, wenn wir den ursprünglichen Namen Réesweg wieder vorschlagen und die Kulturbehörde diesem Vorschlag zustimmen würde. Es ist für mich auch eine Frage der Ehre, gerade zur Zeit des Gedenkens um die Opfer der Reichspogromnacht, auch diese kleinen Zeichen zu setzen.“

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